Nachwuchs bei den Nordchinesischen Leoparden – erweiterte Anlage erstmals vorgestellt
Im Tierpark Hagenbeck gibt es seltenen Nachwuchs zu sehen: Drei Nordchinesische Leoparden wurden bereits Anfang August geboren. Nun wurden die beiden Männchen und das Weibchen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Noch etwas zurückhaltend erkundeten die Jungtiere die neu gestaltete und erweiterte Leopardenanlage.
„Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung unseres Nachwuchses. Alle drei sind gesund, kräftig und zeigen sich neugierig und aufmerksam. Zwei Männchen und ein Weibchen – damit haben wir einen besonders wertvollen Wurf“, erklärt Dr. Michael Flügger, Zootierarzt und Säugetierkurator bei Hagenbeck.
Mehr Platz sowie neue Kletter- und Versteckmöglichkeiten
Die Leopardenanlage wurde in den vergangenen Jahren umfassend erweitert und stärker auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet. Neben zusätzlicher Fläche stehen den Leoparden nun weitere Kletter-, Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten zur Verfügung.
Für Tierpark-Geschäftsführer Walter Wolters ist die Erweiterung ein wichtiger Schritt: „Wir haben nicht nur mehr Platz geschaffen, sondern eine Umgebung, in der sich die Tiere noch mehr ihrem natürlichen Verhalten entsprechend bewegen und beschäftigen können.“
Die Umgestaltung soll damit nicht nur den Tieren mehr Möglichkeiten bieten, sondern auch die Voraussetzungen für die weitere Zucht verbessern.
Hagenbeck koordiniert europäisches Erhaltungszuchtprogramm
Der Nachwuchs hat für Hagenbeck eine besondere Bedeutung. Der Tierpark ist Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, kurz EEP, für den Nordchinesischen Leoparden.
Ziel solcher Programme ist es, innerhalb zoologischer Einrichtungen eine genetisch möglichst vielfältige Reservepopulation bedrohter Tierarten und Unterarten zu erhalten. Hagenbeck engagiert sich bereits seit Jahren für die Zucht der Nordchinesischen Leoparden.
Der Umbau der Anlage wurde auch mit Blick auf dieses Zuchtprogramm umgesetzt. Geeignete Rückzugsbereiche, ausreichend Platz und eine an die Tiere angepasste Struktur spielen dabei eine wichtige Rolle.
Stiftung finanzierte den Umbau
Finanziell ermöglicht wurde die neue Leopardenanlage durch die Stiftung der Freunde des Tierparks Hagenbeck.
„Für die Stiftung Hagenbeck ist es ein großes Anliegen, den Tierpark Hagenbeck zu erhalten, bedrohte Arten zu schützen und sich für eine moderne Tierhaltung einzusetzen“, erklärt Stiftungsvorstand Cord Crasselt.
Die Mittel für das Projekt stammen nach Angaben der Stiftung unter anderem aus Spenden und testamentarischen Zuwendungen von Hagenbeck-Freunden.
Mit den drei Jungtieren können Besucher nun nicht nur den seltenen Nachwuchs beobachten, sondern gleichzeitig die neugestaltete Anlage kennenlernen. Die ersten Ausflüge der kleinen Leoparden fallen dabei noch vorsichtig aus – mit zunehmender Sicherheit dürfte es auf der Anlage allerdings deutlich lebhafter werden.
