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Gelungene Premiere: Circus Krone eröffnet „Farbenspiel – Gold Edition“ in Hamburg

Internationale Spitzenartistik, traditionsreiche Circuskunst und moderne Showelemente im neuen Chapiteau auf dem Heiligengeistfeld

Mit „Farbenspiel – Gold Edition“ ist Circus Krone auf dem Hamburger Heiligengeistfeld in sein diesjähriges Gastspiel gestartet. Die rund 150-minütige Premiere verband spektakuläre Luftakrobatik, temporeiche Jonglage, internationale Clownerie, moderne Lichttechnik und klassische Tierdarbietungen. Begleitet wurde der Auftakt von Protesten gegen die Tierhaltung im Circus. Freizeitfokus bemühte sich vor Ort um die Darstellung beider Seiten – ausführlich soll die kontroverse Frage jedoch erst nach gesonderten Interviews behandelt werden.

Ein traditionsreicher Circus zeigt sich modern

Schon beim Betreten des neuen Chapiteaus wird deutlich, dass Circus Krone Tradition und technische Weiterentwicklung miteinander verbinden möchte. Der mastenfreie Innenraum bietet von nahezu allen Plätzen einen freien Blick auf die Manege. Computergesteuerte Licht- und Tonanlagen sowie eine aufwendige Inszenierung schaffen einen Rahmen, der deutlich über das klassische Bild eines Circuszelt­es hinausgeht.

Das mehr als drei Millionen Euro teure Chapiteau misst nach Angaben von Circus Krone 84 Meter in der Länge und 57 Meter in der Breite. Die Kuppel erreicht eine Höhe von 17 Metern. Rund 2.000 Zuschauer finden darin Platz. Allein diese Dimensionen vermitteln den Eindruck einer kleinen reisenden Stadt, die für jedes Gastspiel innerhalb kurzer Zeit vollständig auf- und wieder abgebaut wird.

Im Mittelpunkt der Hamburger Premiere stand jedoch nicht die Technik, sondern das internationale Ensemble. Über rund 150 Minuten präsentierte Circus Krone eine abwechslungsreiche Mischung aus Artistik, Comedy, Tanz, Lichtinszenierungen und traditionellen Circusdisziplinen.

Spektakuläre Artistik unter der Circuskuppel

Für einen der eindrucksvollsten Momente sorgten die Flying Tabares am Doppelflugtrapez. Zwei Fänger und acht Flieger nutzten zwei parallel angeordnete Flugbahnen für Salti, Sprünge und Pirouetten in großer Höhe. Zeitweise befanden sich mehrere Artisten gleichzeitig in der Luft. Besondere Aufmerksamkeit galt dem dreifachen Salto, der auch von Mariella Quiroga gezeigt wird. Sie gilt nach Angaben des Circus als erste Frau, die diese Disziplin auf diesem Niveau beherrscht.

Außergewöhnliche Körperbeherrschung bewiesen auch die Mystery of Gentlemen. Die achtköpfige Truppe verbindet Handvoltigen mit Balancekunst auf großen, rollenden Kugeln. Doppelsalti, Hebefiguren, Spagate und ein Drei-Personen-Hoch verlangten nicht nur Kraft, sondern vor allem präzises Timing und absolutes Vertrauen innerhalb des Ensembles.

Mit der Mongoljingoo Truppe hielt artistisches Bogenschießen Einzug in die Manege. Fünf Künstlerinnen aus der Mongolei kombinierten Akrobatik, Balance und Treffsicherheit. Zu den Höhepunkten gehörte der sogenannte Tell-Schuss, bei dem im Handstand mit den Füßen geschossen wird.

Rasantes Tempo brachte der taiwanische Diabolo-Jongleur Chu Chuan-Ho in die Vorstellung. Seine Diabolos flogen in schnellen Kombinationen vertikal und horizontal durch die Manege, landeten sicher auf den Schnüren und wechselten scheinbar mühelos zwischen Armen und Beinen.

Moderne Lichtshow trifft klassische Circuskunst

Einen deutlichen Kontrast zu den traditionellen Darbietungen setzte die Formation Extreme Lights. Neun Künstlerinnen und Künstler verwandelten die Manege mit leuchtenden Kostümen, Breakdance, Musik und wechselnden Farben in ein futuristisches Lichtermeer. Die Verbindung aus Tanz, Bewegung und moderner LED-Technik gehörte zu den visuell stärksten Teilen des Programms.

Das Circus-Theater Bingo, dessen Mitglieder an der Circusschule in Kiew ausgebildet wurden, gab der Show ihren Rahmen. Das junge Ensemble verband klassische Circuskunst mit modernen Choreografien und ausdrucksstarken Körperbildern.

Dass Circusunterhaltung nicht allein von spektakulären Höchstleistungen lebt, zeigten die komödiantischen Programmpunkte. Fumagalli und Daris brachten mit ihrem bekannten Bienchen-Entrée einen Klassiker in die Manege. Clown Brian setzte dagegen stärker auf leise Gesten, Körpersprache und die unmittelbare Reaktion des Publikums. Steve Eleky verband Comedy, Magie, Musik und den direkten Dialog mit den Zuschauern.

Tierdarbietungen bleiben Teil des Programms

Auch traditionelle Tierdarbietungen gehören weiterhin zum Programm von Circus Krone. Circusdirektorin Jana Mandana Lacey-Krone präsentierte gemeinsam mit ihrem Ensemble klassische und moderne Reitkunst. Voltigen, Trickreiterei, Dschigiten-Reiterei und Elemente der Ungarischen Post wurden mit Pferden und Kamelen verbunden.

Gemeinsam mit Hans-Ludwig Suppmeier zeigte sie außerdem klassische Dressur und Freiheitsdressur. Thomas Lacey brachte unter dem Titel „40 Beine ohne Leine“ seine Hunderasselbande in die Manege

.

Zu den prominentesten Programmpunkten gehörte die Raubtierdarbietung von Martin Lacey jr. und Alexis Lacey-Krone mit Löwen und Tigern. Martin Lacey jr. wurde für seine Arbeit mehrfach bei internationalen Circusfestivals ausgezeichnet, darunter mit zwei Goldenen Clowns in Monte Carlo.

Proteste begleiteten die Hamburger Premiere

Die Premiere wurde außerhalb des Chapiteaus von Protesten gegen Tierhaltung und Tierdarbietungen im Circus begleitet. Die grundsätzliche Kritik, die unter anderem von Organisationen wie PETA, VIER PFOTEN und dem Hamburger Tierschutzverein vertreten wird, ist an unserer Redaktion selbstverständlich nicht vorbeigegangen.

Freizeitfokus hat vor Ort mehrere Demonstrierende um eine Stellungnahme gebeten, um ihre Argumente anzuhören und sachlich in die Berichterstattung einarbeiten zu können. Von der Leiterin des Hamburger Tierschutzvereins erhielten wir dazu lediglich die Antwort: „Unser Dasein ist doch Statement genug.“ Eine weiterführende Stellungnahme wurde uns vor Ort nicht gegeben.

Das bedauern wir, weil wir die unterschiedlichen Positionen fundiert und nachvollziehbar gegenüberstellen wollten. Ohne ein ausführliches Gespräch, konkrete Argumente und die Möglichkeit zu Rückfragen wäre eine vertiefende Darstellung an dieser Stelle zwangsläufig unvollständig.

Deshalb verzichten wir in diesem Premierenbericht bewusst auf eine abschließende Bewertung der Tierschutzdebatte. Wir haben sowohl bei Circus Krone als auch beim Hamburger Tierschutzverein Interviews angefragt. Die jeweiligen Positionen, Begründungen und gegebenenfalls vorhandenen Belege möchten wir in einem gesonderten Beitrag ausführlich behandeln.

Wer Freizeitfokus kennt, weiß, dass wir kontroverse Themen nicht allein wegen möglicher Aufmerksamkeit oder hoher Zugriffszahlen zuspitzen. Für uns stehen eine fundierte, überprüfbare und faire redaktionelle Berichterstattung sowie das Anhören beider Seiten im Vordergrund.

Ein abwechslungsreicher Auftakt auf dem Heiligengeistfeld

Unabhängig von der weiterhin kontrovers geführten Diskussion um Tierdarbietungen bot „Farbenspiel – Gold Edition“ einen abwechslungsreichen Premieren­nachmittag. Internationale Spitzenartistik, traditionsreiche Clownerie, moderne Lichttechnik und die besondere Atmosphäre des neuen Chapiteaus formten eine aufwendig produzierte Show für unterschiedliche Generationen.

Circus Krone gastiert mit „Farbenspiel – Gold Edition“ noch bis zum 11. Oktober 2026 auf dem Hamburger Heiligengeistfeld.

Dieser Beitrag wurde redaktionell geschrieben und geprüft sowie mit KI unterstützt.

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Author: KaPeHo