Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von zwei einzigartigen Persönlichkeiten: Alice und Ellen Kessler, geboren am 20. August 1936 in Nerchau, Sachsen, gestorben am 17. November 2025 im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München.
Ihr Leben und Werk
Alice und Ellen wuchsen in einer Zeit großer Umbrüche auf, starteten ihre künstlerische Laufbahn bereits sehr jung und wurden sowohl als Sängerinnen, Tänzerinnen wie auch Entertainerinnen bekannt.
Ihr Kommen aus der DDR nach Westen, die Ausbildung im klassischen Tanz, die Flucht 1952 – all das war Teil ihres Weges.
International wurden sie gefeiert: In Deutschland, Italien, Frankreich, mit Auftritten in Varietés und im Fernsehen. Sie standen mit Größen wie Frank Sinatra, Harry Belafonte oder Elvis Presley in Verbindung.
Ihr gemeinsames Motto war „Im Doppelpack unterwegs zu sein, zusammen ist man stärker.“ – ein Ausdruck ihrer tiefen Verbundenheit.
Auch im hohen Alter blieben sie präsent und aktiv, unermüdlich in ihrem gemeinsamen Wirken.
Abschied in eigener Entscheidung
Alice und Ellen haben entschieden, ihr Leben gemeinsam und bewusst zu beenden: Laut den vorliegenden Informationen haben sie eine begleitete Sterbehilfe in Anspruch genommen – auf Basis ihres eigenen Wunsches und in Übereinstimmung mit ihren Prinzipien.
Die Polizei schloss Fremdverschulden aus.
So endete ihr gemeinsames Leben so, wie sie es sich vorgestellt hatten: Hand in Hand, mit Würde, ein letztes Kapitel in synchroner Harmonie.
Vermächtnis und Erinnerung
Die Kessler-Zwillinge hinterlassen kein klassisches Erbe von Ehe oder Kindern – sie hätten vielmehr ihr Andenken und ihr Vermächtnis als Künstlerinnen weitergegeben.
Sie stehen für eine Ära, in der Showbusiness, Tanz und Gesang noch mit Handwerk, Haltung und Stil verknüpft waren. In ihrem Weg spiegeln sich Mut, Disziplin und gemeinsam getragene Lebenskunst.
Danke für alles
Wir danken Alice und Ellen Kessler – für die Leichtigkeit, die Eleganz, die Kunst – und dafür, dass sie uns gezeigt haben, wie eng zwei Leben miteinander verwoben sein können. Ihr letzter Schritt war eine bewusste Entscheidung, wie ihr Leben es war: im Gleichklang.
Möge ihr Werk weiter leuchten, ihre Bühnenauftritte in Erinnerung bleiben – und ihre Zweisamkeit symbolisch, wenn auch schmerzlich, weiterwirken.
In stiller Verbundenheit verabschieden wir uns.





