Deutschland wird 2025 erneut nicht mit einer eigenen Teilnehmerin oder einem eigenen Teilnehmer beim Junior Eurovision Song Contest (JESC) vertreten sein. Diese Entscheidung gab der für den Wettbewerb in Deutschland allein verantwortliche KiKA bekannt. Statt selbst aktiv Teil des Events zu sein, will sich der Kinderkanal in diesem Jahr lediglich auf die Ausstrahlung des Wettbewerbs konzentrieren.
Diese Absage ist mehr als enttäuschend. Während andere Länder die Chance nutzen, junge Talente zu fördern und ihnen eine internationale Bühne zu bieten, zieht sich Deutschland zurück. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Kinder- und Jugendkultur in Deutschland oft nur eine untergeordnete Rolle spielt, während in anderen Bereichen Milliarden investiert werden.
Bereits in der Vergangenheit hatte sich Deutschland schwergetan, den Junior ESC ernsthaft zu unterstützen. Nach der erstmaligen Teilnahme 2020 folgte eine Pause 2021, eine Rückkehr 2022 – und dann wieder der Rückzug. Ein konsequentes Engagement? Fehlanzeige. Dabei wäre der Wettbewerb eine großartige Möglichkeit, junge Künstlerinnen und Künstler frühzeitig zu fördern und ihnen eine Perspektive im Musikgeschäft zu geben.
Dass KiKA sich nun darauf beschränkt, den Wettbewerb nur zu übertragen, ist ein Armutszeugnis. Es zeigt, dass es offenbar an Mut, Willen oder schlicht an finanziellen Mitteln fehlt, Deutschland als Musiknation auch auf dieser Ebene zu präsentieren. Während andere europäische Länder ihre jungen Talente gezielt fördern, wird hierzulande lieber gespart – auf Kosten der Kinder, die mit Begeisterung an solchen Formaten teilnehmen könnten.
Die Entscheidung ist nicht nur bedauerlich, sondern auch ein weiteres Signal dafür, wie wenig Kultur- und Nachwuchsförderung in Deutschland wirklich wert ist.